Eigenschaften der Top 1%-Founder und was die Forschung sagt - EP 157 | Olaf Ringelband
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„The Six Traits that Define Top 1% Founders" von Chris Tottman gingen viral auf Linkedin - GRIT, Discipline, Self-Belief, Execution, Leadership, Vision and Purpos. In dieser Folge diskutiert Björn W. Schäfer das Modell zusammen mit Olaf Ringelband, der seit fast 35 Jahren Executive Assessments macht – also das, was nach dem Headhunter kommt. Er sitzt in Hamburg, lehrt an der Uni, ist Small-Scale Business Angel und der Experte für die Diagnose von Top-Führungskräften. Jemand mit Meinung und Daten.
Das Ergebnis: Tottmans Rahmen dient als Orientierung - für Investoren wie für Gründerinnen in der Selbstanalyse. Aber der Psychologe sieht Lücken in der Taxonomie: GRIT und Discipline landen im gleichen Cluster der Big Five, nämlich Gewissenhaftigkeit. Execution ist streng genommen keine Persönlichkeitseigenschaft, sondern eine operative Kompetenz. Und Leadership ist so komplex, dass es eigene Episoden verdient – Kommunikationsfähigkeit, Peacetime versus Wartime, psychologische Sicherheit als Kulturfundament. Alles landet unter demselben Label.
Was Tottman’s Framework ganz fehlt: Intelligenz - aus Olafs Sicht der wichtigste Prädiktor für Erfolg überhaupt, belegt durch Jahrzehnte Forschungsdaten - und Selbstreflexionsfähigkeit. Letztere zeigt sich nicht im Gründen selbst, sondern in dem Moment, wo jemand erkennt, dass das, was ihn bis hierher gebracht hat, ihn nicht weiterträgt. „What brought you here won't bring you any further." Das klingt abstrakt, bis Björn seine eigene Geschichte erzählt.
Key Takeaways
- GRIT und Discipline sind kein eigenständiges Dimensionenpaar – sie gehören im Big-Five-Modell zum selben Cluster (Gewissenhaftigkeit) und hätten als ein Begriff abgehandelt werden können.
- Execution ist weniger Persönlichkeitseigenschaft als operative Kompetenz. Inhaltlich stimmt Olaf Todman trotzdem zu: Die Qualität des Lernloops entscheidet – nicht die Idee.
- Intelligenz fehlt im Modell vollständig, ist aber der stärksten Prediktor für Berufserfolg – und bei Gründern, die am Anfang oft auf sich allein gestellt sind, besonders relevant.
- Selbstreflexionsfähigkeit ist die zweite fehlende Dimension. Sie entscheidet, ob jemand rechtzeitig erkennt, dass sich die Anforderungen an die eigene Person geändert haben – und ob er darauf reagieren kann.
- Leadership ist nicht statisch. Extraversion hilft, ist aber kein Schicksal. „Acting out of character" funktioniert – und Führung ist zu großen Teilen Handwerk, das man lernen kann.
- Psychologische Sicherheit hängt weniger von der Persönlichkeitszusammensetzung eines Teams ab als vom Kommunikationsprozess.
Link zum Artikel: www.the-founders-corner.com/p/the-six-traits-that-define-top-1
Link zu Olaf Ringelband: https://www.linkedin.com/in/olaf-ringelband-347ab62
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