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[German] Deine Geburt sollte nicht dein Schicksal bestimmen, oder?

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[Preview books] [Borrow books] [Pause] Beginnen wir unsere Diskussion mit einem einfachen Bild.Stell dir ein 100-Meter-Rennen vor. In einer gerechten Welt stehen alle an der Null-Meter-Linie. Die Startpistole ertönt, die Pfeife wird geblasen, und wer am schnellsten läuft, gewinnt. Einfach, oder?Aber leider leben wir nicht in einer solchen Welt. In der realen Welt — ob in New York, London, Tokio oder Neu-Delhi — ist dieses Rennen nicht so gerecht. Noch bevor das Rennen beginnt, stehen manche Menschen bereits an der 50-Meter-Marke, während andere gezwungen sind, 20 Meter hinter der Startlinie zu beginnen.Du hast wahrscheinlich bereits erraten, von welchem Rennen ich spreche. Es ist das Rennen namens soziale Ungleichheit.Seit Jahrzehnten versuchen Gesellschaften auf der ganzen Welt, dieses Problem zu korrigieren. Durch „Affirmative Action" in Ländern wie Amerika, durch „soziale Diversitätsquoten" in Europa und durch „Reservierungssysteme" in Asien wird ständig versucht, diese Ungleichheit zu beseitigen.All diese Maßnahmen waren gut gemeinte Versuche. Aber wir müssen ehrlich zugeben: Die gegenwärtigen Systeme sind vollständig gescheitert.Anstatt Ungleichheit zu lösen, sind sie zu politischen Schlachtfeldern geworden. Sie haben sich in politische Fußballspiele verwandelt, mit denen Politiker Wahlen gewinnen und ihre Wählerbanken sichern wollen. Doch das eigentliche Problem bleibt genau dort, wo es war, und verschlimmert sich sogar von Tag zu Tag.Die alte Methode, die wir derzeit verwenden, besitzt zwei große Fehler, die jeder sehen kann, über die aber niemand offen sprechen möchte.• Erstens ist sie viel zu vereinfacht und nur oberflächlich. Sie geht davon aus, dass jemand automatisch benachteiligt ist, wenn er zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder Ethnie gehört. Aber wir alle wissen, dass es wohlhabende „untere Klassenfamilien" gibt, die ihre Kinder auf luxuriöse Privatschulen in London schicken, genauso wie es arme „obere Klassenfamilien" gibt, deren Kinder buchstäblich hungern. Wenn ein reiches Kind Vorteile nutzt, die eigentlich für Arme reserviert sind, dann bedeutet das, dass es einem wirklich bedürftigen Kind aus derselben Gemeinschaft eine Chance „wegnimmt".• Zweitens erstarren unsere politischen Lösungen mit der Zeit. Sobald ein Gesetz oder eine Regelung geschaffen wird, wird sie zu einer unauslöschlichen Linie. Das System berücksichtigt niemals, ob eine Gemeinschaft in den vergangenen Jahrzehnten tatsächlich Fortschritte gemacht hat; es gibt weiterhin Medizin an einen Patienten, der vielleicht längst geheilt ist, während die sterbende Person daneben nichts erhält.Wir müssen aufhören zu fragen: „Zu welcher Kaste oder Ethnie gehörst du?" Stattdessen müssen wir anfangen zu fragen: „Wie sah dein Weg des Kampfes aus?" Wir müssen uns über die Politik erheben und uns in Richtung gerechter Chancen bewegen.Und das kann nicht durch politische Parolen erreicht werden, sondern durch ein transparentes, KI-basiertes gerechtes System.Um zu verstehen, ob ein solches System tatsächlich funktionieren kann, nehmen wir das Beispiel eines Landes wie Indien. Indien ist vielleicht das geeignetste Versuchslabor für diese Idee. Denn:• Indien steht vor einem der komplexesten und tief verwurzelten Systeme sozialer Schichtung der Welt.• Aber Indien besitzt auch einen enormen Vorteil: Die digitale Infrastruktur, die zur Umsetzung eines solchen Systems notwendig ist, existiert dort bereits.Seit mehr als siebzig Jahren betreibt Indien ein kastengestütztes Reservierungssystem für staatliche Arbeitsplätze und höhere Bildungseinrichtungen. Doch die wohlhabenden Schichten innerhalb der benachteiligten Gemeinschaften selbst erhalten den Großteil der Vorteile, während die ärmsten Menschen in abgelegenen Dörfern weiterhin ausgeschlossen bleiben.Doch für jeden Politiker wäre es beinahe politischer Selbstmord, eine Gemeinschaft aus der Reservierungsliste zu entfernen. Deshalb ist das gesamte System erstarrt.Betrachten wir nun einmal die moderne digitale Infrastruktur Indiens.• Indien hat biometrische Bürgeridentitätssysteme eingeführt. Alles — vom Mobiltelefon bis zum Bankkonto — ist mit dieser Identität verknüpft.• Vollständig digitalisierte Bildungsdaten in Schulen und Universitäten werden immer gewöhnlicher.• Ein weitgehend nachvollziehbares digitales Zahlungssystem existiert bereits.• Und es gibt außerdem ein riesiges Einkommenssteuer-Datennetzwerk, das mit den Bürgeridentitäten verbunden ist.Mit anderen Worten: Die notwendigen Daten existieren bereits.Wenn eine Bank innerhalb von nur fünf Sekunden anhand der digitalen Spuren einer Person entscheiden kann, ob sie einen Kredit von 50.000 vergeben soll, warum sollten wir dann keinen KI-basierten Algorithmus verwenden, um zu bestimmen, wer einen Studienplatz oder einen Arbeitsplatz am dringendsten benötigt?Anstelle eines Kastenzertifikats würde dieses gerechte ...
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